Kapazitätsplanung in der Produktion: vom Bauchgefühl zur Tageslast
Norman Caspari, Mitgründer Aktualisiert am 27. Oktober 2026
Kurz gesagt
Kapazitätsplanung heißt: die Zeit, die eine Linie heute hergibt, gegen das halten, was schon darauf liegt, inklusive Reinigung. Eine Summe über die Woche im ERP zeigt die volle Linie oft erst, wenn die Schicht sie schon spürt. Der nützliche Schritt ist der Blick auf den Tag, nicht eine weitere Excel-Summe.
Kapazität wird in vielen Betrieben einmal im Jahr fürs Budget ausgerechnet und danach gefühlt. Unter dem Jahr entscheidet die Person, die weiß, dass Linie 2 dienstags eng wird. Das funktioniert, bis diese Person fehlt oder der Handel die Woche umbaut.
Wie planst du Kapazität für den Tag, nicht fürs Jahr?
In sieben Schritten, ohne eine neue Halle.
- Lege fest, welche Linien du wirklich planst. Nicht jede Nebenanlage auf einmal.
- Trag die Zeit je Schicht ein, abzüglich Pause und fest geplanter Reinigung.
- Leg die schon zugesagten Aufträge auf diese Zeit, mit der Dauer, die die Linie wirklich braucht.
- Markiere die Linie, die zuerst über der verfügbaren Zeit liegt. Das ist der Engpass des Tages, nicht der Durchschnitt der Woche.
- Schau, ob ein Auftrag auf eine Linie mit Luft kann, bevor du eine Schicht verlängerst.
- Bau Mengenänderungen in denselben Vergleich ein, nicht in eine Nebenliste.
- Zeig der Halle denselben Stand. Sonst plant das Büro eine freie Linie, die in Wahrheit noch den vorigen Artikel fährt.
Der Unterschied zwischen dieser Tageslast und der Wochenzahl im ERP ist das Thema von Feinplanung und Grobplanung. Warum das Auftragssystem die Lücke lässt, steht in Fertigungssteuerung im Mittelstand.
Was frisst in Lebensmitteln die Stunden?
Saison, kurze Haltbarkeit und Hygiene machen die verfügbare Zeit unruhiger als in einer Fertigung, die jeden Tag dasselbe läuft. Wer Reinigung und Stopps nicht abzieht, sagt Kapazität zu, die es nicht gibt.
Beispiel für eine Woche, fünf Tage, zwei Schichten. Die Prozente sind Annahmen. Setze deine Reinigungs- und Störzeiten ein.
| Schritt | Stunden |
|---|---|
| Schichtzeit | 80 |
| Geplante Wartung | −4 |
| Reinigung, Annahme 25 % der Restzeit | −19 |
| Ungeplante Stopps, Annahme 5 % | −4 |
| Was zum Produzieren bleibt | 53 |
| Bereich | Wo es eng wird | Was die Folge extra sehen muss |
|---|---|---|
| Lebensmittel | Verpackung, Erhitzen, Reinigung | Haltbarkeit, Wechsel der Allergenstufe |
| Fleisch und Wurst | Räuchern, Verpacken, Kühlen | Temperatur und enge Zeitfenster |
| Andere Fertigung | Bearbeitung, Oberfläche, Werkzeug | Rüsten, ob das Werkzeug frei ist |
Kurzfristige Bestellungen verstärken das. Die Woche war gerechnet. Der Donnerstag nicht.
Wie sieht ein Beispiel aus dem Tagesplan aus?
Die Planung sieht morgens, dass eine Abfülllinie mit den schon liegenden Aufträgen plus zwei Reinigungen über der Schicht liegt. Die Nachbarlinie nicht. Der Auftrag, dessen Ware länger hält, wandert hinüber. Die Auslieferung am Nachmittag bleibt auf der engen Linie. Ohne diese Sicht fiele die Entscheidung erst, wenn die erste Linie stehen geblieben wäre.
Genau diesen Blick auf den laufenden Plan zeigt die Feinplanung.
So hilft PlanPakt
PlanPakt zeigt, wie viel Zeit einer Linie im aktuellen Plan schon belegt ist, und macht sichtbar, wenn der Plan über der Schicht liegt.