Fertigungssteuerung im Mittelstand: die Lücke neben dem ERP
Norman Caspari, Mitgründer Aktualisiert am 20. Oktober 2026
Kurz gesagt
Fertigungssteuerung im Mittelstand scheitert selten daran, dass kein ERP da ist. Sie scheitert daran, dass zwischen der Auftragszahl und der Linie niemand einen gemeinsamen Tagesplan hat. Diese Lücke füllt kein zweites Abtippen von Artikeldaten, sondern ein Plan, den Büro und Halle gleichzeitig sehen.
In vielen mittelständischen Lebensmittelbetrieben steht ein ERP, das den Auftrag sauber führt. Trotzdem öffnet die Planung morgens eine Tabelle. Nicht aus Gewohnheit. Weil die Frage der nächsten drei Stunden im ERP nicht beantwortet wird.
Was kann das ERP gut?
Auftrag, Kunde, Menge, Termin, Material. Dazu oft ein grober Blick auf die Woche. Für Einkauf und die Nachrechnung ist das die richtige Ebene. Sie heißt Grobplanung. Ob die Zusage an den Handel noch stimmt, zeigt erst der Tag auf der Linie. Den Unterschied beschreibt Feinplanung und Grobplanung.
Was fehlt auf der Linie trotzdem?
Die Schicht braucht eine andere Auskunft. Welcher Artikel jetzt. Welche Reinigung davor. Ob die Linie die geänderte Menge noch schafft. Und wer Bescheid weiß, wenn der Handel am Vormittag die Menge dreht.
Diese Auskunft lebt heute oft an drei Orten. In der Tabelle der Planung, im Zuruf an die Linie, auf dem Zettel an der Maschine. Solange eine Person alle drei im Kopf zusammenhält, wirkt das vollständig. Es ist eine Person.
Welche drei Zeichen siehst du immer wieder?
Die Reihenfolge, die wirklich gilt, steht nur in Excel. Den Stand der Linie holt jemand, indem er rübergeht, weil die Rückmeldung nicht von selbst im Plan ankommt. Eine Umplanung dauert so lange wie mehrere Telefonate, obwohl die Entscheidung selbst in zwei Minuten klar wäre.
Keins davon ist ein Vorwurf an das ERP. Es beschreibt die fehlende Schicht dazwischen. Wie die Tabelle an genau dieser Stelle kippt, beschreibt Produktionsplanung mit Excel.
Was brauchst du an dieser Stelle?
Die Lücke ist kein zweites ERP und kein MES, also kein System, das die Maschinen direkt anbindet. Sie ist der Tag dazwischen.
| ERP | MES | Feinplanung für den Tag | |
|---|---|---|---|
| Frage | Was muss bis wann fertig sein? | Was macht die Maschine gerade? | Was läuft heute in welcher Folge? |
| Umfang | Auftrag, Material, Termin | Rückmeldung, Qualität, Instandhaltung | Belegung und Reihenfolge |
| Einführung | Schon da | Eigenes Projekt, oft viele Monate | Ergänzung. Das ERP bleibt |
| Bedienung | Für Einkauf und Zusage gebaut | Schulung, eigene IT | Für Büro und Halle am selben Tag |
| Passt, wenn | Die Woche stimmen muss | Das Werk die Maschine anbinden will | Der Mittelstand den Tag neben dem ERP braucht |
Du baust den Plan am selben Tag um. Du siehst, wenn eine Linie über der Schicht liegt. Die Halle schreibt Menge und Fortschritt an den Auftrag. Qualitätsnachweise und die EU-Verpackungsregeln haben bei PlanPakt ihren eigenen Platz. Für den Tag zählt, dass Büro und Halle am selben Stand arbeiten.
Welche Probe machst du mit dem letzten geänderten Auftrag?
Nimm die letzte kurzfristige Mengenänderung aus dem Handel. Schreib auf, nach wie vielen Minuten die Linie den neuen Plan hatte, und auf welchem Weg. Liegt die Antwort bei „Anruf“ oder „ich bin rübergegangen“, ist die Steuerung noch ein Weg und kein gemeinsamer Plan. Den zeigt die Feinplanung.
So hilft PlanPakt
PlanPakt setzt auf das ERP auf und ersetzt es nicht. Aufträge kommen aus dem System, das Menge und Termin führt. Der Tag entsteht als Karten und als Balken über die Linien. Die Halle meldet Menge und Fortschritt an denselben Auftrag zurück. Eine Anbindung ist erprobt, unter anderem mit SAP.