PPWR-Ratgeber · Stand: Oktober 2026
PFAS in Lebensmittelverpackungen: Grenzwerte nach PPWR
Kurz gesagt
Seit dem 12. August 2026 dürfen Verpackungen mit Lebensmittelkontakt nicht mehr in Verkehr gebracht werden, wenn sie PFAS an oder über diesen Grenzwerten enthalten: 25 ppb für einen einzelnen PFAS-Stoff (gezielte Analyse), 250 ppb für die Summe der gezielt analysierten PFAS und 50 ppm für PFAS insgesamt einschließlich polymerer PFAS. Grundlage ist Art. 5 Abs. 5 der Verordnung (EU) 2025/40. In der Praxis gilt Gesamtfluor unter 50 mg/kg oft als erster Hinweis auf Einhaltung.
PFAS (per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen, oft Ewigkeitschemikalien genannt) stecken zum Beispiel in fett- und wasserabweisenden Beschichtungen von Papier und Karton. Mit der PPWR gibt es dafür erstmals EU-weit einheitliche Grenzwerte für Verpackungen mit Lebensmittelkontakt.
Die Grenzwerte im Überblick
| Merkmal | Grenzwert | Gilt für |
|---|---|---|
| Einzelner PFAS-Stoff (gezielte Analyse, ohne polymere PFAS) | unter 25 ppb | Verpackungen mit Lebensmittelkontakt |
| Summe der gezielt analysierten PFAS | unter 250 ppb | Verpackungen mit Lebensmittelkontakt |
| PFAS insgesamt, einschließlich polymerer PFAS | unter 50 ppm | Verpackungen mit Lebensmittelkontakt |
| Gesamtfluor als Praxis-Screening | unter 50 mg/kg oft als Hinweis auf Einhaltung | Verpackungen mit Lebensmittelkontakt; kein Ersatz für den PFAS-Grenzwert |
| Summe Blei, Cadmium, Quecksilber und sechswertiges Chrom | höchstens 100 mg/kg | jede Verpackung (Art. 5 Abs. 4) |
50 ppm entspricht 50 mg/kg. Liegt der Gesamtfluor-Wert darunter, behandeln viele Betriebe und auch die Kommissionsleitlinie die Probe als ersten Hinweis auf Einhaltung. Liegt er darüber, brauchst du den Nachweis, welcher Anteil PFAS und welcher Anteil anderer Fluor ist. Bei PFAS ist bereits ein Wert genau am Grenzwert eine Überschreitung. Bei den Schwermetallen ist der Grenzwert selbst noch zulässig.
Welche Nachweise du als LEH-Zulieferer brauchst
- Eine Erklärung deines Verpackungslieferanten, die PFAS ausdrücklich nennt und die Einhaltung für genau dieses Produkt bestätigt
- Bei Bedarf einen Laborbericht mit Gesamtfluor oder gezielter PFAS-Analyse
- Angaben zu den Schwermetallen je Komponente
- Die Information, welche Komponenten überhaupt Lebensmittelkontakt haben
Typische Stolperfallen
- Ein Dokument zitiert nur den Grenzwert („überschreitet nicht 100 mg/kg“). Das ist eine Aussage zur Einhaltung, kein Messwert.
- Fragen im Formular sind verneint formuliert („Enthält das Material PFAS? Nein“). Das bedeutet: Die Anforderung ist erfüllt.
- Eine Erklärung zur Migration in Lebensmittel betrifft eine andere Größe als der Gehalt im Material.
- Eine Tabelle zeigt Werte für mehrere Produkte nebeneinander, und es bleibt offen, welcher Wert zu deiner Verpackung gehört.
So hilft PlanPakt
PlanPakt liest aus Lieferantenerklärungen und Laborberichten vor allem Angaben zu Gesamtfluor bzw. Gesamt-PFAS und zu Schwermetallen aus und schlägt sie dir als Werte vor. Die 25-ppb- und 250-ppb-Werte trägst du ein, wenn sie im Dokument stehen. Nach deiner Bestätigung prüft PlanPakt regelbasiert ohne KI gegen die Grenzwerte und zeigt je Verpackungskomponente, ob alles in Ordnung ist, etwas verletzt ist oder noch ein Nachweis fehlt.
Das PPWR-Modul ist eigenständig buchbar. Wenn du später die Feinplanung dazunimmst, sind deine Artikel und Stücklisten schon angelegt.
Primärquelle: Verordnung (EU) 2025/40 auf EUR-Lex. Dieser Ratgeber ist keine Rechtsberatung. Prüfe Einzelfälle mit deinem Kunden oder deinem Beauftragten. PlanPakt ist Anbieter einer PPWR-Software.